Erfolg braucht die Zeit, die Du ihm gibst
Im Grundlagenartikel habe ich die KIZU-Formel vorgestellt. Sie beschreibt die wesentlichen Einflussfaktoren für Erfolg und deren Zusammenspiel.
Hier kannst Du den Grundlagenartikel lesen.
Im letzten Artikel ging es um die Idee „I“, die Dir eine Richtung gibt. Heute schauen wir auf den Faktor „Z“ wie Zeit. Denn auch eine gute Idee braucht ihre Zeit, um sich zu entwickeln und um verwirklicht zu werden.
„Dafür habe ich gerade keine Zeit.“
Dieser Satz ist schnell gesagt. Und manchmal beschreibt er die aktuelle Situation auch ziemlich genau. Der Kalender ist voll, das Tagesgeschäft nimmt Dich komplett in Anspruch und ständig kommt irgendetwas dazwischen. Das Vorhaben, das Dir eigentlich wichtig ist, rutscht deshalb immer wieder nach hinten.
Doch wenn Du darauf wartest, dass irgendwann wieder genügend Zeit übrig bleibt, kann es passieren, dass Du lange wartest. Deine Idee wird sich in den wenigsten Fällen von allein planen und entwickeln. Dein Unternehmen wird sich auch nicht von allein anders organisieren. Und die gemeinsame Zeit mit Deiner Familie findet auch nicht irgendwann zwischen zwei zu erledigenden Aufgaben statt, nur weil Du es Dir schon lange wünschst.
Welche Zeit braucht Dein Vorhaben?
Mit Zeit meine ich in meiner KIZU-Formel zunächst die Zeit, die Du für Dein Vorhaben einsetzen willst. Zum Nachdenken, zum Vorbereiten, zum Entscheiden und zum Handeln. Dazu kommt noch die Zeit, die eine Veränderung braucht, bis sie die gewünschte Wirkung zeigt. Beides gehört zusammen.
Erst Zeit investieren, dann Zeit gewinnen
Stell Dir noch einmal den Unternehmer aus dem letzten Artikel vor. Er möchte, dass seine Mitarbeiter alltägliche Kundenanfragen selbst entscheiden. Die Idee ist klar. Doch solange er sich keine Zeit nimmt, um Zuständigkeiten und Entscheidungsbefugnisse mit den Mitarbeitern zu klären, bleibt im Alltag alles beim Alten.
Auch nach einem ersten Gespräch ist die Sache noch nicht erledigt. Die Mitarbeiter brauchen Gelegenheit, sich erst einmal an die neue Situation zu gewöhnen und um dabei eigene Entscheidungen zu treffen und erst mal Erfahrungen zu sammeln. Anfangs entstehen möglicherweise sogar noch zusätzliche Rückfragen. Wenn der Unternehmer dann sofort alles wieder selbst übernimmt, nimmt er den Mitarbeitern die Möglichkeit, die neue Aufgabe richtig zu erlernen.
Er muss also zunächst dazu bereit sein, Zeit zu investieren, bevor er durch die Veränderung Zeit gewinnen kann. Das ist sicherlich unbequem, wenn bereits jeder Tag voll ist. Trotzdem lässt sich dieser erste Aufwand nicht einfach überspringen oder umgehen.
Woher soll diese Zeit kommen?
Manchmal lässt sich etwas vereinfachen, abgeben oder weglassen. Manchmal muss eine andere Aufgabe warten. Und manchmal sind die Verpflichtungen so eng, dass Du Unterstützung brauchst oder Dein Vorhaben kleiner beginnen musst.
Deshalb wäre mir die Aufforderung „Du musst nur Deine Prioritäten richtig setzen“ zu kurz gesprungen. Nicht alles steht Dir zu Deiner freien Verfügung. Aber es lohnt sich, ehrlich hinzuschauen: Wo fehlt tatsächlich Zeit? Und wo bekommt Dein Vorhaben immer nur das, was nach allem anderen noch übrig ist und was könnte man daran verändern?
Wenn Dir etwas wichtig ist, braucht es einen erkennbaren Platz in Deinem Alltag. „Ich kümmere mich demnächst darum“ hilft wenig. Ein vereinbarter Termin mit den Mitarbeitern oder eine freigehaltene Stunde für die Vorbereitung wird schon wesentlich konkreter. Und Vielleicht kannst Du bei dieser Gelegenheit auch erkennen, was dir in solchen Situationen diese Zeit immer wieder wegnimmt.
Zeit freihalten und tatsächlich nutzen
Und noch ein wichtiger Punkt: Eine freigeschaufelte Stunde nicht automatisch eine gut genutzte Stunde. Wenn Du währenddessen ständig Anrufe annimmst, Nachrichten beantwortest und andere Dinge erledigst, bist Du permanent abgelenkt und kommst mit Deinem eigentlichen Vorhaben kaum weiter. Zeit im Kalender einzutragen ist ein Anfang. Sie tatsächlich für die vorgesehene Sache zielführend einzusetzen, gehört dazu.
Das bedeutet nicht automatisch, dass jede Minute verplant sein muss. Auch zeitlicher Abstand kann helfen, einen Gedanken zu klären. Ein Gespräch, ein Spaziergang oder eine Nacht darüber zu schlafen können sinnvoller sein, als erschöpft weiter nach einer Lösung zu suchen.
Wann braucht es Geduld?
Manche Entwicklungen lassen sich ohnehin nur begrenzt beschleunigen. Vertrauen, Ideen und Lösungen entsteht nicht auf Anweisung. Eine neue Gewohnheit sitzt nicht nach dem ersten Versuch. Und ein Mitarbeiter wird nicht dadurch sicherer, dass Du ihm jeden Tag sagst, er müsse jetzt endlich selbständiger werden und eigenverantwortlich entscheiden.
Hier braucht es Zeit und Geduld. Allerdings ist Geduld kein Grund, jede Verzögerung einfach hinzunehmen. Schau genau hin, ob sich etwas in die richtige Richtung entwickelt. Werden Entscheidungen zunehmend sicherer? Wiederholen sich dieselben Schwierigkeiten immer wieder? Fehlt noch Wissen, eine klare Absprache oder die notwendige Unterstützung?
Wenn nichts vorangeht, wird die Sache nicht zwangsläufig besser, nur weil Du länger wartest. Dann solltest Du prüfen, ob der eingeschlagene Weg passt und was die geplante Entwicklung aufhält. Ein Zeitpunkt, an dem Ihr gemeinsam auf die bisherigen Erfahrungen schaut, hilft dabei. So bekommt die Veränderung genügend Zeit, ohne auf unbestimmte Zeit ausgedehnt zu werden.
Wie lange willst Du noch warten?
Auch der Zeitpunkt einer Entscheidung kann eine Rolle spielen. Vielleicht fehlen Dir noch wichtige Informationen. Vielleicht brauchst du noch Input. Vielleicht ist aber längst genug geklärt und Du wartest nur noch auf mehr Sicherheit, dass nichts schiefgehen wird. Diese Wartezeit wird es bei vielen Vorhaben nicht geben, den „wer zu spät kommt, den bestaft das Leben“.
Frag Dich deshalb: Worauf warte ich konkret? Wovor habe ich Angst? Was muss noch passieren, bevor ich richtig anfangen kann? Und wann prüfe ich, ob die notwendigen Voraussetzungen erfüllt sind? Wenn Du darauf keine Antwort findest, liegt das Hindernis möglicherweise weniger bei der Zeit als bei einem inneren Widerstand.
Wie setzt Du Deine Zeit konkret ein?
Denk bitte an ein Vorhaben, das Du schon länger vor Dir herschiebst. Versuche, diese Fragen möglichst konkret und ehrlich zu beantworten:
- Wofür brauchst Du dabei wieviel Zeit?
- Wann wirst Du Dir diese Zeit nehmen?
- Was muss dafür warten, wegfallen oder von jemand anderem übernommen werden?
- Welche Entwicklung braucht Geduld und woran erkennst Du Fortschritte?
- Wann wirst Du überprüfen, ob Dein Vorgehen funktioniert?
Nimm Dir anschließend einen überschaubaren Schritt vor und lege fest, wann Du ihn angehst. Ein realistischer Termin bringt Dich weiter als ein ambitionierter Plan, den Du bereits am nächsten Tag wieder aufgeben musst.
Die Beziehung zwischen Zeit und Erfolg
In der KIZU-Formel wird Zeit mit Kraft und Idee multipliziert. Damit beschreibe ich das Zusammenspiel dieser Faktoren. Ohne Zeit für Entwicklung und Umsetzung bleibt auch eine gute Idee mit viel Energie dahinter, ganz schnell auf der Strecke. Daraus folgt allerdings nicht, dass jede zusätzliche Arbeitsstunde automatisch mehr Erfolg bringt. Entscheidend ist, wie Du die Zeit für Dein Vorhaben nutzt und ob Dein Vorgehen Dich dem Ziel näherbringt.
Im nächsten Artikel geht es um die inneren Widerstände. Denn manchmal wissen wir, was wir wollen, hätten auch Kraft und Zeit dafür und schaffen es trotzdem nicht loszulegen.
Und wenn Du gemeinsam mit jemandem herausfinden möchtest, wo Deine Zeit bleibt, was dich bremst und was Dein Vorhaben endlich voranbringen könnte, können wir gerne miteinander reden.
Klar denken. Klug entscheiden. Entschlossen handeln.





