Die KIZU-Formel, Teil 1: Was ist eigentlich Erfolg?

Erfolg ist berechenbar und messbar

Im Grundlagenartikel habe ich die KIZU-Formel vorgestellt. Sie beschreibt die wesentlichen Einflussfaktoren für Erfolg und deren Zusammenspiel.

Hier kannst Du den Grundlagenartikel lesen.

In dieser Artikelserie schauen wir uns die einzelnen Bestandteile der KIZU-Erfolgsformel genauer an. Heute beginne ich mit der grundlegenden Frage:

Erfolg „E“ – was ist das eigentlich?

Für mich ist Erfolg mehr als ein nur ein Ergebnis. Erfolg bedeutet, ein angestrebtes Ziel zu erreichen, ganz gleich, ob es persönlich, beruflich, finanziell oder zwischenmenschlich ist. Aber auch eine Entwicklung kann bereits ein Erfolg sein, wenn sie klar erkennbar in die richtige Richtung geht, hin zu einem selbstgewählten Ziel, im Einklang mit den eigenen Werten, Kräften und Möglichkeiten.

Ein etablierter Unternehmer sagte kürzlich in einer Gesprächsrunde:

„Ich weiß gar nicht, ob ich wirklich erfolgreich bin. Ich weiß, von außen sieht alles gut aus. Aber innerlich fühlt es sich oft leer und sinnlos an.“

An dieser Aussage wird deutlich: Ein nach außen sichtbares Ergebnis und das persönliche Empfinden von Erfolg sind nicht unbedingt dasselbe. Ein Unternehmen kann wachsen und gute Ergebnisse erzielen. Trotzdem kann sein Inhaber unzufrieden sein, weil das, womit er sich identifiziert, was ihn befriedigt, in das er sein Herzblut investiert und das ihn glücklich macht, dabei auf der Strecke bleibt.

Ich weiß nicht, was genau bei diesem Unternehmer das Problem ist. Tatsächlich ist er inzwischen noch stärker eingespannt als damals, als er die obige Aussage tätigte.

Ist er nun noch erfolgreicher?

Gemessen am Unternehmensergebnis möglicherweise schon. Gemessen an seinem persönlichen Ziel eher nicht.

Welcher Erfolg ist Deiner?

Erfolg ist individuell. Für den einen ist es das Wachstum der Firma. Für den anderen die Möglichkeit, mehr Zeit mit der Familie zu verbringen. Wieder andere wollen ein sportliches Ziel erreichen, dreimal im Jahr in den Urlaub reisen, Partnerschaft und Freundschaften pflegen oder ihr Lebenswerk erfolgreich in neue Hände übergeben.

Eine dauerhaft erfüllende Beziehung kann ebenso ein Erfolg sein wie ein restaurierter Oldtimer oder das Erlernen einer Fremdsprache.

Was diese Beispiele immer gemeinsam haben: Es gibt eine Vorstellung davon, was erreicht werden soll. Und einen individuellen und sehr persönlichen Grund, warum das wichtig ist.

Allerdings haben wir nicht jedes Ziel, dem wir hinterherlaufen, bewusst selbst gewählt. Manche Vorstellungen und Erwartungen übernehmen wir von anderen. Von der Familie, von Kollegen oder aus unserem sonstigen Umfeld. Ein größeres Unternehmen, mehr Mitarbeiter, höhere Umsätze. Das können gute Ziele sein. Aber passen sie auch zu dem, was Du selbst möchtest und brauchst?

Vielleicht willst Du Dein Unternehmen gar nicht vergrößern. Vielleicht möchtest Du es so aufstellen, dass es auch ohne Deine permanente Anwesenheit funktioniert. Dann wäre ein Urlaub ohne tägliche Rückfragen möglicherweise bereits ein größerer Erfolg als der nächste Umsatzrekord.

Woran erkennst Du Deinen Erfolg?

Wenn Erfolg individuell ist, bedeutet das nicht, dass er beliebig oder nicht messbar ist. Wir brauchen allerdings einen dafür passenden Maßstab. Beim Marathon ist das vergleichsweise einfach: Bist Du angekommen? Und falls Du Dir eine bestimmte Zeit vorgenommen hast, hast Du sie erreicht?

Bei „Ich möchte beruflich kürzertreten“ wird es schwieriger. Was heißt das konkret? Ein freier Nachmittag pro Woche? Keine Arbeit mehr am Wochenende? Weniger Entscheidungen, die jeden Tag auf Deinem Schreibtisch landen und Dich auslaugen? Erst wenn Du das klärst, kannst Du später feststellen, ob sich tatsächlich etwas verbessert hat.

Dabei muss nicht jeder Erfolg in einer Zahl ausgedrückt werden. Auch eine erkennbare Veränderung im Alltag kann ein guter Maßstab sein. Etwa wenn Mitarbeiter vereinbarte Entscheidungen neuerdings eigenständig treffen und Du nicht mehr ständig hinterherlaufen und eingreifen musst.

„Es soll besser werden“ ist dafür jedoch wenig geeignet. Woran soll man da „besser“ erkennen?

Auch Zwischenziele sind Erfolge

Nicht jedes Ziel lässt sich in einem Schritt erreichen. Eine Unternehmens-Übergabe braucht Zeit. Eine Fremdsprache lernst Du nicht an einem Wochenende. Und wer einen Oldtimer restauriert, ist mit dem Kauf eines Werkzeugkastens noch nicht besonders weit gekommen.

Deshalb sind Zwischenziele hilfreich. Sie machen sichtbar, was bereits gelungen ist und was noch vor Dir liegt. Wenn Du Verantwortung abgeben möchtest und ein Mitarbeiter einen Aufgabenbereich tatsächlich selbstständig übernimmt, ist das ein Erfolg. Auch wenn Dein Unternehmen zunächst noch nicht ohne Dich auskommt.

Eine Entwicklung kann ebenfalls erfolgreich sein, wenn sie klar erkennbar in die gewünschte Richtung geht. Bloße Aktivität reicht dafür nicht. Drei Gespräche über mehr Eigenverantwortung sind auch noch keine größere Eigenverantwortung. Entscheidend ist, was sich anschließend im Alltag verändert.

Erreichte Zwischenziele geben Dir Gelegenheit, das Ergebnis zu feiern und den weiteren Weg zu prüfen. Passt die Richtung? Funktioniert soweit alles? Wo muss nachgeschärft werden?

Wie lässt sich Erfolg berechnen?

Mit der KIZU-Formel kannst Du Deinen Erfolg nicht auf drei Stellen hinterm Komma ausrechnen. Diese Formel ist ein Anschauungsmodell, das die Einflussfaktoren und ihre Beziehungen sichtbar macht.

Wenn Du weißt, was Erfolg für Dich bedeutet, kannst Du gezielter hinschauen: Ist Deine Idee zündend und konkret genug? Hast Du die nötige Kraft dafür? Gibst Du Deinem Vorhaben ausreichend Zeit, sich zu entwickeln? Was bremst Dich dabei aus? Und wer könnte Dich zusätzlich unterstützen?

Die Formel hilft Dir, diese Zusammenhänge zu erkennen. Deinen persönlichen Erfolgsmaßstab nimmt sie Dir jedoch nicht ab.

Deine persönliche Erfolgsformel

Denk bitte an etwas, das Du erreichen möchtest. Vervollständige dann diesen Satz:

Für mich ist dieses Vorhaben erfolgreich, wenn es …

Denk darüber nach: Was soll konkret danach anders sein als bisher? Woran erkennst Du Fortschritte? Welche Zwischenziele wären sinnvoll? Und passt das angestrebte Ziel zu Deinen eigenen Werten und Vorstellungen?

Vermutlich wird Dein Ziel dadurch für Dich klarer. Dabei merkst Du auch, ob und was Du verändern möchtest. Besser jetzt genauer hinschauen, als danach mit Volldampf in die falsche Richtung zu rennen.

Im nächsten Teil dieser Artikelserie geht es um den Faktor Kraft „K“. Denn wenn Du weißt, wohin Du willst, brauchst Du auch die notwendige Kraft, um loszugehen und dranzubleiben.

Und wenn Du Deinen persönlichen Erfolgsmaßstab gemeinsam mit jemandem besprechen und hinterfragen möchtest, können wir gerne miteinander reden.

Klar denken. Klug entscheiden. Entschlossen handeln.

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